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Chaja
Anmeldedatum: 30.03.2008 Beiträge: 987 Wohnort: Südfrankreich
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Verfasst am: 20.06.2008, 11:55 Titel: Kompost |
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Hallo zusammen,
Welche Art von "Kompost" oder "Entsorgung" der biologischen Abfälle sind denn die besten und natürlichsten. Auf einem Komposthaufen entsteht ja ganz viel Wärme...; was mir etwas suspekt vorkommt. Aber seine Abfälle überall auf dem Terrain zu verteilen ist auch nicht sehr angenehm. Wir machen es im Moment so, dass wir es überall (wo es nicht stört) ein bisschen vergraben (mit Erde zudecken), so stinkt es nicht und es wachsen schnell wunderbare Pflanzen daraus hervor . Was macht ihr? Was meint ihr zum Thema Kompost?
Liebe Grüsse von Chaja |
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Frank
Anmeldedatum: 27.10.2006 Beiträge: 150
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Verfasst am: 08.07.2008, 12:41 Titel: |
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Hi Chaja,
ich habe schon seit vielen Jahren einen Komposthaufen auf dem alle unsere organischen Küchenabfälle landen. Das besondere dabei sind Tennesse-Wiggler (Kompostwürmer) die unsere Abfälle umsetzen und für wirklich fruchtbare neue Erde sorgen. Ich habe sie das ganze Jahr über in einer alten 1 Kubikmeter großen Kiste. Die Kiste braucht insgesamt ca. 1 Jahr um überhaupt annähernd voll zu werden. Die fertige Komposterde (Inhalt im unteren Teil der Kiste) nehme ich dann nach dem Jahr raus und bringe sie als Mulchmaterial in meinem Garten unter. Der Rest wandert wieder zurück in die Kiste. Es ist wirklich super einfach und absolut effektiv. Die Würmer habe ich mittlerweile ca. 5 Jahre und sie halten sich sehr gut. Sie verarbeiten übrigens auch nicht bedruckte Kartonreste ausgezeichnet.
Hier mal ein link zu Tennessee-Wigglern:
http://drumm-alfred.homepage.t-online.de/tips.htm
Sonnige Grüße
Frank |
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Kai
Anmeldedatum: 14.09.2008 Beiträge: 1 Wohnort: Hanau
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Verfasst am: 14.09.2008, 11:26 Titel: |
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Hi Chaja,
zum Thema Kompost kann ich dir folgendes sagen:
Die entstehende Wärme kommt im Wesentlichen vom Umbau der organischen Stoffe durch sauerstoffliebende Bakterien. Das heißt, ein gut funktionierender Kompost braucht Sauerstoff, Feuchtigkeit und natürlich Futter für die Bakterien. Wenn es anfängt zu stinken, dann sind Bakterien am Werk, die keinen Sauerstoff mögen - es entsteht eine Gärung, die fast immer begleitet ist mit unangenehmen Gerüchen (Faulgase, Schwefelwasserstoff etc.).
Ein Freund von mir, der in der Schweiz am Bodensee eine Gärtnerei betreibt, nimmt organische Abfälle aus der Umgebung an und kompostiert sie in den meisten Fällen in 2 Monaten ! auf einer Asphaltfläche. Zuerst schreddert er das ganze Material und vermischt es mit übriggebliebenen Kompostresten. Dann setzt er es in Langmieten (1 Meter hoch und je nach Platz 10m lang) auf. Dann wird das Material gewässert, bis das Material ein Feuchtigkeit hat wie ein ausgedrückter Schwamm. Dann passiert ersteinmal nichts mehr. Eine Woche später kontrolliert er das Material auf Feuchtigkeit und Geruch. Sollte es anfangen zu stinken, wendet er das gesamte Material, sodass das unterste nach oben kommt. Damit kommt natürlich wieder Sauerstoff in das Material und die Schichten werden gelockert. So verfährt er im ersten Monat jede Woche: eventuell Nässen und Umwenden einmal die Woche. Sollte es regnen, deckt er das Material mit Folien ab, damit die Feuchtigkeit gleich bleibt. Im zweiten Monat erfolgt die Prozedur nur noch zweimal die Woche. Am Ende des 2. Monats siebt er das Material ab und lässt es einem Monat lang ruhen. Es ist dann Kompost entstanden, ein dunkel braunes lockeres und nach Waldboden riechendes Material.
Du siehst, es geht auch ohne Würmer und es geht so schnell, weil er das Urmaterial schreddert. Damit wird die Oberfläche des Materials vergrößert, sodass die Bakterien besser angreifen können. In dieser Zeit der Heißrotte kann natürlich kein Regenwurm dort existieren. Die Regenwürmer kommen erst danach, wenn der Kompost ausgekühlt ist. Sie und andere Lebewesen des Bodens bauen den Kompost weiter ab - es entsteht dann eine Humusschicht auf dem obersten Mineralbodenhorizont. So nimmt die Kompostschicht im Laufe des Jahres um bis zu 3/4 ab.
Mein Kompost ist genauso aufgebaut, nur bin ich meist zu faul, den ganzen Haufen umzuschichten (im November immerhin 4 cbm). Aber durch den lockeren Aufbau aus Eichenblättern und Kiefernnadeln können keine gärungsaktiven Bakterien dort Fuß fassen.
Übrigens auch durch die Verrottung von säurehaltigen Materialien wie Eichenlaub ist der entstehende Kompost pH neutral !
Der Einsatz von gekauften Regenwürmern halte ich wie du wohl erahnst für unnütz. Die Aktivierung des Gartenbodens durch Kompost verursacht eine nachhaltige Vermehrung dort ansässiger Regenwürmer. Wichtig ist dabei aber, dass du die Kompostschicht vor Ausschwemmung und Verschluss der Lufteintrittskanäle(Starkregen) schützt, indem du eine Mulchschicht darüber ausbreitest. Wenn du Rasenschnitt benutzen willst, dann trockne ihn vorher etwas an und bringe die Schichten nur dünn auf, da Grasschnitt zur Verklebung neigt und es somit wieder anfängt zu stinken.
Ciao und viel Spass bei der Anwendung
Kai |
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Frank
Anmeldedatum: 27.10.2006 Beiträge: 150
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Verfasst am: 14.09.2008, 14:53 Titel: |
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Hallo Kai,
Deine beschriebene Methode hört sich wirklich gut an, keine Frage. Wäre mir aber viel zu aufwendig. Würmer habe ich in meinem Kompost auch wenn es dort warm ist. Riechen tut meiner auch nicht, obwohl ich ihn nie wende und nur einmal im Jahr entleere quasi wenn er voll ist. Vielleicht fehlt der von Dir beschriebenen Methode einfach die komplette Artenvielfalt. Bakterien gehören ganz klar in den Kompost, darüber hinaus sollten jedoch auch viele andere Lebewesen gerade eben auch Würmer oder Kellerasseln und viele andere dort vorkommen, dann braucht auch nix großartig gewendet zu werden und man hat auch weniger Arbeit
Sonnige Grüße
Frank |
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