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Stephan
Anmeldedatum: 01.11.2006 Beiträge: 638
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Verfasst am: 27.12.2009, 08:23 Titel: Verdauungsleukozytose |
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Hallo zusammen,
Semler (2006) beschäftigt sich in seiner Dissertation "Rohkost - Historische, therapeutische und theoretische Aspekte einer alternativen Ernährungsform"" auf über 20 Seiten mit den zahlreich vorliegenden Studien über die Verdauungsleukozytose.
Zusammengefasst ergeben sich daraus folgende Schlüsse:
Tierische Nahrungsmiitel mit hohem Proteingehalt (v.a. Fleisch) bewirken die stärksten Veränderungen der postprandialen Leukozytenzahl; rohes Fleisch tendenziell noch stärker als gekochtes.
Die in vielen Rohkostbüchern erwähnten Studien von Kouschakoff beinhalten methodische Fehler, wozu besonders die zu kurze Beobachtungszeit zählt. Zudem wurden sie in den wesentlichen Punkten widerlegt. Der auslösende Faktor einer Verdauungsleukozytose liegt nicht in den durch Hitze verursachten Veränderungen in der Nahrung. Die Schlussfolgerung, dass die Studien von Kouchakoff den Beweis dafür geliefert hätten, dass der menschliche Organismus auf gekochte Nahrung mit einer Abwehrreaktion in Form einer Leukozytose reagiert, ist falsch.
Da es unklar ist, welche Faktoren genau diesen Anstieg neutrophiler Granulozyten bewirken und wie dieser Anstieg zu deuten ist (er muss nicht per se negativ sein), bleiben jegliche Schlussfolgerungen aus diesem Phänomen reine Spekulation.
Wenn, dann würde man dabei besser von einer alimentären Leukozytose sprechen, da nicht einmal klar ist, ob es etwas direkt mit der Verdauung zu tun hat.
Gruss, Stephan
PS: die Betonung von Fleisch bei den tierischen Nahrungsmitteln stammt von Semler. Soweit Angaben aus Originalarbeiten ersichtlich sind in Semler's Diss wurde von den tierischen Proteinen einzig Fleisch separat getestet. In der sorgfältigsten und neuesten Studie wurde ein tierisches Proteingemisch von 50 g Emmentalerkäse, 50 g Frischkäse, 60 g Lachs, 50 g Tartar und 40 g Tilsiter verabreicht, wohlgemerkt alles zusammen. |
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Klaus Gast
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Verfasst am: 27.12.2009, 16:49 Titel: |
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Zuletzt bearbeitet von Klaus am 15.02.2010, 12:54, insgesamt einmal bearbeitet |
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Stephan
Anmeldedatum: 01.11.2006 Beiträge: 638
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Verfasst am: 27.12.2009, 21:35 Titel: Schleimbildung durch Nahrung? |
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Hallo Klaus,
| Zitat: |
Man könnte vielleicht sogar eine Forenrubrik speziell für Rohkostmythen, bzw deren Richtigstellung einrichten.
Stoff dafür gibts allemal genug, allein schon beim Semmler, zB. die "gefährlichen" Mineralien im Wasser laut Bragg |
ja, in der Tat, Beispiele gibt es genug.
Auch aus Semler, S. 310 ff, Kap. 4.4 Schleimbildung durch Nahrung?
Ehret, Gray und andere Autoren betrachten Milchprodukte sowie Fleisch, Fisch und Eier als stark schleimbildend, Ehret auch Getreideprodukte und Kartoffeln. Nach Walker, Opitz u.a. wird solcher Schleim kiloweise im Darm abgelagert.
Ich zitiere aus Semler:
"In diesem Zusammenhang ist die Studie von Pinnock und Arney (1993) erwähnenswert. Diese stellten im Blindversuch fest, dass die sensorische Empfindung bezüglich schleimbildender Wirkung beim Verzehr von geschmacklich nicht unterscheidbarem Kuh- und Sojamilchgetränk nahezu identisch sind."
"Auch Sieber (1998) erwähnt, dass viele Menschen den Milchkonsum mit Schleimbildung in Zusammenhang bringen. Nach dem Milchverzehr würden sich einige Parameter der Schleimbildung verändern, diese seien jedoch nicht spezifisch für Milch, ... ".
"Was die im Darm postulierten Schleimablagerungen betrifft, meint Opitz (1996), dass bei Autopsien Mengen von vier bis fünf Kilogramm festgestellt worden seien. Agatha Thrash hat als Pathologin an die 2400 Autopsien durchgeführt und dabei kein einziges Mal Ablagerungen im Dickdarm feststellen können. Auch in mehr als 500 Röntgenbildern des Dickdarms konnte sie niemals derartiges beobachten".
Die Laktose in der Milch wird ja im Körper in Glukose und Galaktose gespalten. Galaktose heisst auch Schleimzucker. Dies ist wohl ein Grund, weshalb Heilpraktiker & Co. auf die Idee kamen, Milchprodukte seien verschleimend.
Anders liegt der Fall natürlich, wenn jemand allergisch auf Milcheiweisse reagiert.
LG, Stephan |
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chip
Anmeldedatum: 21.04.2008 Beiträge: 78
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Verfasst am: 04.02.2010, 19:56 Titel: |
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ja, lasst uns über Rohkostmythen sprechen.
Nach jahrelanger 100 % iger Rohkost habe ich vor 2 Jahren angefangen auch gekochtes zu essen. Oft habe ich das Gefühl, das es mir sehr gut tut, manchmal auch nicht. So wie die Rohkost, die tut mir auch nicht immer gut. Wenn ich gekocht esse habe ich trotz allem noch oft ein schlechtes Gewissen (jahrelange Rohkostgehirnwäsche), hinterher sogar manchmal Schuldgefühle.
Glaubt ihr alle das gekochtes schlechter ist als Rohes?
Sind einige von euch von 100 % roh zurück zu wieder kochen gegangen und fühlen sich damit vieleicht sogar besser? |
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cherrycurry

Anmeldedatum: 13.07.2009 Beiträge: 297 Wohnort: Darmstadt
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Verfasst am: 05.02.2010, 12:59 Titel: |
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ich denke, dass rohes gesünder und vor allem bekömlicher ist als gekochtes essen. wobei ich denke, dass das hauptproblem der durchschnittlichen normal ernährung, darin liegt, nicht dass etwas gekochtes gegessen wird, sondern mahlzeiten nicht mehr selbst zubereitet werden und viel fertig essen auf den tisch kommt. geschmacksverstärker und farbstoffe, dominieren das essen. die körper werden verseucht und die geschmacksnerven erfahren täglich geschmacksexplosionen. den natürlichen geschmack von lebensmitteln kennen viele menschen nicht und es schmeckt ihnen dann auch nicht mehr. unsere geschmacksnerven sind manipuliert.......
meiner meinung nach ist es logisch, dass rohe nahrungsmittel die nahrungsmittel sind, die für uns menschen gedacht sind. auch sehe ich die vegane ernähunrgsweise als optimale form der ernährung an.
ABER ich kann von mir sprechen und berichten, dass ich nur positiv erfahrungen mit der rohkost gemacht habe. allergien, zu viel speck, dauer kopfschmerzen, dauer müdigkeit usw.....sind verschwunden.
WEnn ich etwas gekochtes essen, plagt mich nicht wirklich ein schlechtes gewissen, es plagt mich eher ein sehr unangenehmes gefühl im magen und ich bekomme schnell durchfall und blähungen. ich bin angeblich auch gegen etliche produkte allergisch. ich halte aber nichts von allergien, bin mir da aber noch nicht so sicher wie ich das beurteilen soll, muss da auch ein wenig mehr informationen sammeln...
man sollte kein schlechtes gewissen haben wenn man etwas gekochtes isst. es ist nur essen und wenn es einem gut tut, warum denn auch nicht ...ich denke, wenn man eine ernährungsform findet, die zu 80% aus rohkost besteht ist das doch wunderbar. rohkost und gesellschaft ist leider auch nicht sehr kompatibel...
lg curry _________________ vollwert vegan
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E 8° |
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Irene
Anmeldedatum: 25.01.2008 Beiträge: 292 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 05.02.2010, 14:26 Titel: |
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Hallo Chip
| Zitat: |
| Nach jahrelanger 100 % iger Rohkost habe ich vor 2 Jahren angefangen auch gekochtes zu essen. Oft habe ich das Gefühl, das es mir sehr gut tut, manchmal auch nicht. So wie die Rohkost, die tut mir auch nicht immer gut. Wenn ich gekocht esse habe ich trotz allem noch oft ein schlechtes Gewissen (jahrelange Rohkostgehirnwäsche), hinterher sogar manchmal Schuldgefühle. |
Am Anfang praktizierte ich 2 Jahre lang mehr oder wenige eine vegane Rohkost. Da mir jedoch etwas fehlte, ass ich auch immer wieder einmal etwas Gekochtest und hatte hinterher auch ein schlechtes Gewissen.
| Zitat: |
| Glaubt ihr alle das gekochtes schlechter ist als Rohes? |
Es kommt darauf an, was man isst; gekochtes Gemüse halte ich nicht für schädlich; Süssigkeiten dagegen sehr.
| Zitat: |
| Sind einige von euch von 100 % roh zurück zu wieder kochen gegangen und fühlen sich damit vieleicht sogar besser? |
Meiner Meinung nach kommt es darauf an, welche Art von Rohkost man praktiziert. Ist es eine, bei welchem der Körper in einen Mangelzustand gerät, ist es besser auch etwas Gekochtes zu essen. Praktiziert man die Rohkost richtig, dann sollten 100 Prozent kein Problem sein.
Liebe Grüsse,
Irene _________________ sapere aude! |
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chip
Anmeldedatum: 21.04.2008 Beiträge: 78
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Verfasst am: 03.03.2010, 16:04 Titel: |
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| Ok, Irene, da gebe ich dir schon recht. Nur was ist den die -richtige Rohkost-? Ich wäre so froh wenn ich die richtige Rohkost kennenlernen würde. |
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